Spielzeuge

Viele Frauen, die sich von BDSM an- (oder aus-) gezogen fühlen, definieren als Voraussetzung für ihre Hingabe, dass der dominante Partner ungebunden zu sein hätte. Für mich übersetze ich das so, dass subbie ihren Dom gern allein hätte. Exklusiv. Ich gebe ihm Alles, also muss auch er mir Alles geben. Okay, nicht mein Fall.

Ich hab’s schon immer gern mit den Spielzeugen getrieben. Mit den Frauen, die nicht groß danach fragten, ob der Typ, der sie fesselte, gern auch mal mit anderen spielt. Die sich dann öffneten, wenn die Beziehung gerade so passte, wie sie sich ergab. Vielleicht ein Quickie, ein ONS, vielleicht ein intensives Spiel über ein paar Wochen, vielleicht ein lustvolles Immerwiedermal über Jahre … einfach das Gefühl, Du und Ich und Jetzt, das passt. Das machen wir nicht von morgen oder anderswo oder irgendwem abhängig, das entscheiden wir selbst.

Erinnerungen … da war S. aus einer Kleinstadt, die ich über einen Chat kennenlernte. Sie war mit einem Dom verheiratet, der sie durchaus hart rannahm und der ihr den Floh ins Ohr gesetzt hatte, auch einmal einem anderen Herrn zu dienen. Sie durfte/musste sich den selbst aussuchen, er las die Chats mit und behielt sich das letzte Wort vor.

Ausschlaggebend war meine Idee, ihre Nippel mit Mausefallen zu fangen – das kannte sie noch nicht, das triggerte sie und ihn, und so schlug ich als Treffpunkt einen Baumarkt vor, um mit ihr gemeinsam die gemeinen Dinger einzukaufen. Außerdem hatte ich ihr befohlen, ihr Lieblingsspielzeug mitzubringen. Langer Vorrede kurzes Resumee: Es wurde eine sehr geile Session. Mitgebracht hatte sie ein Paddle, das mit feinen Widerhaken besetzt war, ein gemeines Ding, vor allem, wenn man anschließend die Haut mit Franzbranntwein kühlte. Die Fallen hatte ich mit Schraubzwingen auf Nippelabstand an der Tischplatte befestigt … das Zuschnappen war zu geil, um es nur einmal zu erleben – und als ich sie dann das Paddle spüren ließ, hing sie in den Fallen.

Ein verspielter Tag, ein verspielter Abend, dann fuhr sie heim zu ihrem Mann – und wir hatten beide eine Begegnung genossen, an die ich mich sehr gern erinnere.

Da war M., eine Masochistin aus der Bundeshauptstadt. Auch bei ihr – und wie ich es so überblicke, eigentlich immer – war am Anfang ein Chat. Eine Serie von Chats, einige Telefongespräche, bis schließlich ein Treffen quasi unvermeidlich schien. Vor allem hatte ich ihr schon am Telefon einige intensive Lustschmerzreize vorgeschlagen, die für sie neu waren. Wir trafen uns einige Male, ich konnte sie noch allerlei Neues spüren lassen, und schließlich waren wir uns einig: Jetzt ist die Luft draußen. Es war schön, es ist vorbei.

Da ist Z., eine Lady am Anfang ihrer mutmaßlich zweiten Lebenshälfte, eine kraftvolle Persönlichkeit im beruflichen und privaten Alltag – und ebenso kraftvoll und entschlossen in ihrer Hingabe. Wenn Z. kommt, weit aufgespreizt aufs Bett gefesselt, mit zwei Fingern auf ihrem G-Punkt und dem Daumen auf der Clit, explodiert ein Vulkan. Nichts für alle Tage, rein energetisch, aber alle zwei, drei Wochen geben wir einander das Vergnügen. Eine herrliche Bereicherung für ihr Leben und für meines, nicht mehr und nicht weniger. Wir nehmen niemand etwas (Z. ist verheiratet), wir lassen die Lust einfach zu, in dem Rahmen, in dem sie sein kann. Den wir selbst bestimmen.

Und mit allen – den drei hier genannten und auch vielen anderen Frauen – war die Beziehung gut, von Sympathie und Vertrauen getragen (sonst ginge nichts), und nicht an Bedingungen geknüpft. Es ist, was es ist. Erich Fried hat es auf die einzig wahre Formel gebracht. Und wenn zwei freie Menschen es das sein lassen, was es ist, dann kann es richtig gut werden …

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