Steh!

Topp, der Befehl gilt. Auf das Kommando „Steh!“ verharrst Du und nimmst entsprechend Haltung an. Augenblicklich. Auf der Stelle. Die Füße sind schulterweit voneinander entfernt und parallel, die Beine in leichter Grätsche durchgestreckt. Die Hände sind im Kreuz ineinandergelegt, die Brüste mit leicht zurückgezogenen Schultern gut präsentiert. Der Kopf ist aufrecht, der Blick geht geradeaus ins Ferne, ohne etwas Bestimmtes zu fokussieren.

In dieser Haltung – die du einübst, bis du sie quasi automatisch einnimmst, wenn du den Befehl hörst – bleibst Du, bis ich dir gestatte, dich wieder zu rühren. Egal wo du gerade stehst, egal was gerade mit dir geschieht.

Haarig …

Ich lese gern. In deinen Augen zum Beispiel. Wenn ich in deine Haare greife, mit links, und deinen Kopf in den Nacken ziehe. Ganz langsam. Lächelnd. Was verraten mir deine Augen? Erregung? Angst? Weil du zu wissen meinst, was kommt? Oder weil du es nicht weißt? Die andere Hand ist noch frei … vielleicht lege ich einen Finger auf deine Unterlippe, diesen bebenden, roten Spalt, der sich willig öffnet …

Nachts. Wir telefonierten …

Nachts. Wir telefonierten. Allmählich führte das Gespräch auch unsere Hände. Du hast dich begriffen, wie ich es befahl. Als deine Nässe fast schon aus dem Handy tropfte, nannte ich dich ein verkommenes Fickstück. Und meinte es so. In diesem Augenblick. Als Kompliment. Deine Antwort: ein hörenswertes Crescendo aus Keuchen, Stöhnen, Schreien. Dein Orgasmus … wie Musik, dachte ich, als ich meine Finger abwischte.